Solarparks fördern nachweislich Artenvielfalt

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PV-Wissen

Bundesweite Feldstudie liefert eindrucksvolle Ergebnisse

Mit der aktuellen Veröffentlichung der Feldstudie „Artenvielfalt im Solarpark“ legt der Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V. (bne) erstmals umfassende Daten zur Biodiversität in über 30 modernen Solarparks in Deutschland und Dänemark vor. Die Untersuchung bietet nicht nur wichtige Erkenntnisse für den Naturschutz, sondern auch bemerkenswerte Argumente für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.

Solarparks als neue Lebensräume

Die bundesweite Studie, federführend betreut vom Biologen Dr. Tim Peschel und Rolf Peschel, hebt hervor:

„Solarparks bieten eine Strukturvielfalt, die in der heutigen Agrarlandschaft fehlt und Artenvielfalt begünstigt.“

Untersucht wurden 24 Solarparks in zehn Bundesländern sowie eine Anlage in Dänemark. Die Datengrundlage bilden über 100 Einzeluntersuchungen und 40 Untersuchungsberichte, die unter anderem 385 Pflanzenarten, 30 Heuschreckenarten, 36 Tagfalter-, drei Reptilien-, 32 Brutvogel-, 63 Vogel-, 13 Fledermaus-, 13 Libellen- und acht Amphibienarten dokumentieren. Die Ergebnisse der weltweit umfangreichsten Untersuchung zu Artenvielfalt in Solarparks auf Landwirtschaftsflächen sind wertvoll für die Genehmigungspraxis. Sie können helfen, das Artenvielfaltspotenzial in Solarparks gezielt zu aktivieren.

Baumpieper im Solarpark Effenricht
Baumpieper im Solarpark Effenricht; Bild ©: M. Leipold

Pflege schlägt Bauweise

Ein zentrales Ergebnis ist, dass die Pflege von Solarparks einen deutlich größeren Einfluss auf die Artenvielfalt hat als die reine Bauweise.

„Flexible Mahdtermine sind wichtig in Anbetracht der klimatischen Veränderungen.“

Besonders der Artenreichtum bei fachgerechter Bewirtschaftung und breiteren Modulabständen wird hervorgehoben. So entstehen Lebensräume, die von Fledermäusen, Insekten und Vögeln schnell und aktiv genutzt werden können.

Studie Solarparks und Artenvielfalt
Studie Solarparks und Artenvielfalt; Bild ©: Rolf Peschel
Weidenröschen im Solarpark Woernitzhofen
Weidenröschen im Solarpark Woernitzhofen; BIld ©: Wattmanufaktur

Individuelle Konzepte statt Standardlösungen

Die Studie warnt davor, Pflegekonzepte pauschal zu übertragen:

„Die Unterschiedlichkeit von Solarparks zueinander ist hoch […]. Die Unterschiedlichkeit deutet darauf hin, dass Solarparks individuelle Pflegekonzepte benötigen.“

Das zeigt sich auch daran, dass Feldlerchen und andere Arten teils in großer Zahl und Vielfalt innerhalb der Anlagen vorkommen.

Neue Chancen für Natur und Landwirtschaft

Die Untersuchungen bestätigen, dass Solarparks gerade in landwirtschaftlich geprägten Regionen, wo artenreiche Flächen selten geworden sind, wertvolle Ersatzlebensräume schaffen. Auch Fledermäuse nutzen die Solarparks nachweislich intensiver als angrenzende Ackerflächen:

„Fledermäuse nutzen Solarparks aktiv als Jagdrevier und mehr als angrenzende Ackerbauflächen.“

Fazit: Solarparks als Hoffnungsträger für die Artenvielfalt

Die Feldstudie liefert eindeutige Belege: Richtig gepflegte Solarparks sind keine reine Energiequelle, sondern bieten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität in unserer Kulturlandschaft. Damit sind sie ein Musterbeispiel, wie Energiewende und Naturschutz Hand in Hand gehen können.