Fast alle Solarparks in Deutschland werden auf landwirtschaftlicher Flächen errichtet.
Immer mehr Solarparks entstehen in Deutschland – und fast alle werden auf landwirtschaftlichen Flächen errichtet. Doch wie können Landwirtschaft und Solarenergie im Einklang funktionieren?
Synergie statt Konkurrenz
Sowohl klassische Solarparks als auch Agri-Photovoltaik-Anlagen (kurz Agri-PV) nutzen vorrangig landwirtschaftliche Flächen. Während bei Agri-PV weiterhin aktiv zwischen und unter den Solarmodulen Landwirtschaft betrieben wird, müssen klassische Solarparks professionell bewirtschaftet werden. Für viele Landwirtschaftsbetriebe bieten Einnahmen aus der Photovoltaik finanzielle Sicherheit, ohne dass der landwirtschaftliche Wert der Fläche verloren geht.

Flächenbedarf und Effizienz
Obwohl bis 2030 etwa 0,6 % der landwirtschaftlichen Flächen für Solarparks genutzt werden sollen, ist das im Vergleich zu anderen Landnutzungen ein sehr geringer Anteil. Der technologische Fortschritt sorgt zudem dafür, dass immer effizientere Solarmodule eingesetzt werden und pro Fläche mehr Strom produziert werden kann. Aktuell decken 27,3 GW installierte Solarparks in Deutschland circa 40.000 Hektar ab. Bis 2030 könnten gut ausgelegte Solarparks mit nur 12.000 Hektar pro Jahr den weiteren Zubau sichern – stets auf Grundlage landwirtschaftlicher Böden.
Solarparks als Zeitkapsel
Ein innovativer Ansatz ist, artenreiche Solarparks auch offiziell als landwirtschaftlich genutzte Flächen anzuerkennen. Sie dienen während der Betriebszeit als „Zwischennutzung“ und können später wieder für reine Landwirtschaft verwendet werden. So bleibt der Erhalt landwirtschaftlicher Flächen möglich und steuerliche Risiken für Betriebe werden gesenkt.
Biodiversität im Fokus
Gut geplante Solarparks bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten, Vögeln und anderen Tieren. Professionelle Pflege der Grasflächen fördert die Artenvielfalt und wirkt sich positiv auf das gesamte Ökosystem aus.
Fazit
Solarenergie und Landwirtschaft sind kein Widerspruch – im Gegenteil: Sie bilden eine starke Allianz für die Energiewende. Richtig kombiniert, entsteht eine Win-Win-Win-Situation für Energie, Landwirtschaft und Natur. Solarparks werden damit nicht nur zu einem Pfeiler der Energieversorgung, sondern auch zur sicheren Zukunftsvorsorge für Landwirte und einer nachhaltigen Bereicherung für Umwelt und Gesellschaft.